An der Realschule Bockum-Hövel fand eine vielseitige Veranstaltung zum Bundesprogramm „Respekt Coaches“ statt – ein Programm, das seit Jahren erfolgreich demokratische Werte stärkt, Extremismus vorbeugt und Schulen in der Präventionsarbeit unterstützt. Da die Finanzierung ab Ende 2026 ungesichert ist, nutzten Schüler*innen, Lehrkräfte und politische Vertreter die Gelegenheit, Wirkung und Notwendigkeit des Programms sichtbar zu machen.
Wie wirksam die Arbeit der Respekt Coaches ist, wurde gleich zu Beginn deutlich. Ein ehemaliger Schüler fasste seine Entwicklung eindrucksvoll zusammen: „Jede Schule braucht einen Herrn Gausepohl. Ich bin durch ihn selbstbewusster geworden und habe viel über demokratische Werte gelernt, die ich heute an meine Mitschüler weitergebe.“
Solche Aussagen zeigen, wie stark Jugendliche von der kontinuierlichen Präventionsarbeit profitieren – fachlich wie persönlich. Seit 2021 ist ein Respekt Coach der AWO in der Hammer Realschule installiert. Thomas Gausepohl arbeitet in intensiven Workshops und Aktionen mit den Jugendlichen. In zahlreichen Beispielen wurde die kontinuierliche Präventionsarbeit, darunter Workshops, Klassenprogramme, Streitschlichtung, politische Exkursionen sowie Projekte zur Gewalt und Extremismusprävention präsentiert. Insbesondere Angebote zu demokratischen Rollenbildern und zur Stärkung von Respekt gegenüber Mädchen und Frauen wurden hervorgehoben.
Die Jugendgruppe der Medienscouts stellte Christine Scholl, Geschäftsführerin des AWO Unterbezirks Ruhr-Lippe-Ems, anschaulich vor, wie sie respektvollen Umgang im Schulalltag fördern. Sie berichteten über Erfolge bei Konfliktprävention, Medienaufklärung und der Einführung des neuen „Safe Space“, der als geschützter Raum für Austausch und Wertearbeit dient. Scholl richtete einen eindringlichen Appell an die Jugendlichen: „Ihr müsst das Gelernte nach außen tragen. Ihr seid die wichtigsten Multiplikatoren.“
Mit Blick auf die Zukunft des Programms erklärte der Bundestagsabgeordnete Michael Thews: „Jeder muss seine Hausaufgaben machen, damit solche Projekte am Leben bleiben. Auch die AWO muss immer wieder zeigen, wie wichtig die Arbeit der Respekt Coaches ist. Ich werde mich in Berlin weiterhin dafür stark machen, dass diese wertvollen Strukturen auch nach 2026 nicht verloren gehen. Gleichzeitig bleibt Bildung Ländersache – daher sehe ich auch die Landespolitik in der Verantwortung, solche Angebote dauerhaft zu verankern.“
Im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern ging Thews unter anderem auf Chancen und Risiken digitaler Medien ein, ein Thema, das die jungen Menschen in ihren Projekten zur Prävention von Extremismus stetig begleitet hat. Er sprach sich dafür aus, solche Plattformen stärker zu regulieren, wenn sie sich nicht an europäisches Recht halten.
Bundesweit haben die Respekt Coaches mittlerweile mit über 15.000 Gruppenangeboten bundesweit mehr als 600.000 Jugendliche erreicht. Sie waren an insgesamt über 900 Kooperationsschulen an der Schnittstelle zwischen Schule, Kinder- und Jugendhilfe und non-formaler politischer Bildung tätig. Das Programm Respekt Coaches hat nicht nur einen klaren Mehrwert für Schüler*innen und stärkt den sozialen Zusammenhalt in Deutschlands Schulen. Die Fachkräfte im Programm entlasten zusätzlich das Lehrpersonal und die Schulsozialarbeit. Sie stärken regionale Netzwerke, schaffen Synergien und tragen dazu bei, externe politische Bildung nachhaltig in den Schulen zu verankern.
