Kamen. Ein wichtiger Schritt für die Qualitätsentwicklung im Kamener Ganztag ist geschafft: 18 Mitarbeiterinnen der Offenen Ganztagsschulen (OGS) haben erfolgreich die erste Pädagogische Grundqualifizierung nach dem „Kamener Modell“ absolviert. Bürgermeisterin Elke Kappen überreichte ihnen persönlich die Zertifikate – und betonte dabei: „Sie haben echte Pionierarbeit geleistet.“
Die Qualifizierung wurde von der Stadt Kamen, der AWO Ruhr-Lippe-Ems, der Bildung+Lernen gGmbH, dem Evangelischen Kirchenkreis Unna sowie dem Kreissportbund Unna gemeinsam entwickelt. Insgesamt umfasste sie 45 Unterrichtseinheiten in drei Modulen:
• Pädagogische Grundhaltung (AWO)
• Entwicklung im Kindesalter (Evangelischer Kirchenkreis Unna)
• Spiel und Bewegung (Kreissportbund Unna)
Die Teilnehmenden brachten ganz unterschiedliche berufliche Hintergründe mit – von der Friseurin über die Kauffrau bis zur Zugbegleiterin. Was sie verbindet, ist die Leidenschaft für die Arbeit mit Kindern und die Bereitschaft, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Und das zusätzlich zum ohnehin eng getakteten Alltag im offenen Ganztag. Denn gute Ganztagsarbeit ist längst kein „Nebenbei“ mehr: Für viele Kinder ist die OGS Lern- und Lebensraum, ein Ort für Freundschaften, Bewegung und Spiel – und oft auch ein Platz, an dem Sorgen geteilt und Unterstützung gefunden wird. Gleichzeitig entlastet sie Familien und erleichtert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Viele OGS-Mitarbeitende bringen wertvolle Lebenserfahrung und großes Engagement mit, verfügen jedoch nicht über eine klassische pädagogische Ausbildung. Genau hier setzt die neue Qualifizierung an: Sie vermittelt nicht nur Fachwissen, sondern stärkt Reflexionsfähigkeit, Handlungssicherheit und den Blick auf das Kind. „Wenn ich selbst gestärkt werde, fällt es mir leichter, auch den Kindern den Rücken zu stärken“, fasst Heike Kostarellis, AWO-Dozentin und Mitentwicklerin des Moduls „Pädagogische Grundhaltung“, zusammen.
Der nun abgeschlossene Kurs war der erste Durchlauf – die Pilotphase des Kamener Modells. Künftig soll die Grundqualifizierung allen neuen OGS-Mitarbeitenden offenstehen, die bislang keine einschlägige Ausbildung haben. Ziel ist ein verlässlicher, kindgerechter und qualitativ hochwertiger Ganztag, getragen von gut qualifizierten und sicheren Teams. Jugendamtsleiterin Nicole Börner betont: „Das Land misst dem Bereich OGS nicht den Stellenwert bei, den er benötigt. Als Stadt wollen wir mit gezielten Qualifizierungsangeboten gegensteuern.“
Bürgermeisterin Kappen dankte den beteiligten Trägern für ihr Engagement bei der Entwicklung und Umsetzung des Konzepts sowie den OGS-Leitungen für die fachliche Begleitung der Teilnehmenden. Ihr besonderer Glückwunsch galt jedoch den 18 Absolventinnen und Absolventen: „Sie können stolz sein – auf das, was Sie erreicht haben, und auf das, was Sie jeden Tag für die Kinder in unserer Stadt leisten.“