„Komme, was wolle, hier wird zusammengehalten!“
Fest der Kulturen unterhält und bewegt alle Generationen
Volkslieder aus unterschiedlichen Kulturkreisen, arabische Süßspeisen, Bratwurst, Familienflohmarkt, Kunst, Clownerie, Gospel – beim Fest der Kulturen 2026 am Samstag gab es all das und noch viel mehr. Von 13:00 bis 18:30 Uhr luden die Veranstalter – unsere Integrationsagentur und das Jugend- und Stadtteilzentrum (JuSt) Herringen in den Lippepark Herringen ein. Die Kooperationspartner*innen organisierten ab Dezember 2025 den Ablauf und rund 40 Verbände, Vereine sowie Migrantenselbstorganisationen begeisterten mit ihren Info- und Imbissständen, ihrem Spiel- und Spaßprogramm für die ganze Familie.
Info, Orientierung und Spaß
„Komme, was wolle, hier wird zusammengehalten“, nannte Silvia Gosewinkel, MdL und stellvertretende Vorsitzende des AWO-Unterbezirks RLE, eine zentrale Botschaft dieser Veranstaltung. Die Besucher konnten sich darüber informieren, wo es in Herringen und ganz Hamm unter anderem Sprachkurse, interkulturelle Freizeitangebote und Selbsthilfegruppen gibt. Das alles in lockerem Rahmen, bei einem Fest mit freiem Eintritt und Programm auch für die Kleinsten. Svetlana Dittmar, stellvertretende Einrichtungsleitung der Migrationsdienste bei der AWO, betonte: „In der heutigen Zeit, in der gesellschaftlicher Zusammenhalt nicht immer selbstverständlich ist, ist es umso wichtiger, solche Feste zu organisieren.“ Dabei werde sichtbar: „Menschen aus anderen Kulturen sind nicht Überforderung, sondern Bereicherung.“ Seit dem allerersten Fest der Kulturen im Jahr 2003 ist Senol Ünlü, Vorsitzender für Chancengerechtigkeit und Integration, dabei – seit 2015 unterstützt er die AWO als ehrenamtlicher Mitarbeiter bei der Organisation. Er nannte das Fest „eine Plattform, wo alle Menschen zusammenkommen und zusammen essen, trinken, sich unterhalten können“ und bedankte sich bei allen, die daran teilhaben. „Ich denke, dass das förderungswürdig ist und hoffe, dass wir noch weiter expandieren“, wünschte er sich für die Zukunft.
Das Bühnenprogramm enthielt Songs in vielen Sprachen von Bernhard Hölker und Thomas Walter aus dem Kollegium der Anne-Frank-Schule als roten Faden sowie Musik, Tanz und weitere Unterhaltung von internationalen Künstler*innen. Die AWO steuerte mit den Kindern aus dem AWO Familienzentrum Seilfahrt sowie der Kita Lange Straße Lieder und Tänze zum Mitmachen bei. Die AWO-Ortsvereine aus Hamm servierten an einem „Café Marie“-Stand Kuchen, stellten Bilder aus und ihr Angebot vor. Auch an den Ständen der AWO-Migrationsdienste und der OGS gab es Infos, Erfrischungen und gute Gespräche für alle Interessierten.
„Gut und wertvoll genug“
Silvia Gosewinkel betonte, wie wichtig es sei, den Geist dieses Fests und die AWO-typische Offenheit in den Alltag mitzunehmen. Und bekräftigte, dass sie sich im Landtag weiter dafür einsetzt, dass solche Projekte gefördert werden. Denn: So beeindruckend sich das Fest der Kulturen seit seiner Premiere im Jahr 2003 entwickelt hat, so unsicher sah noch 2025 die Zukunft aus. Eine zentrale Förderung durch das Land Nordrhein-Westfalen wurde gestrichen. Die Stadt Hamm sprang in die Bresche – in seinem Grußwort dankte Oberbürgermeister Marc Herter allen im Rat und in der Bezirksvertretung, die das möglich machten. Er bat um neue Fördermittel durch das Land, sagte jedoch zu, dass die Stadt Hamm bis dahin einspringen werde: „Denn dieses Fest ist gut genug dafür, und es ist wertvoll genug dafür!“
Beeindruckt zeigte sich auch unsere Geschäftsführerin Christine Scholl, die 2026 erstmals am Fest der Kulturen teilhatte und sich mit vielen AWO-Hauptamtlichen und -Ehrenamtlichen austauschte. Insgesamt fanden rund 1.500 Gäste am Samstag den Weg in den Lippepark – viele äußerten den Wunsch, auch 2027 wieder dabei zu sein.